#Autorenwahnsinn – Schreibziele

Der letzte Tag des Autorenwahnsinns im Januar sowie der erste Freitag im Februar fragten nach Schreibzielen – für das Jahr und für den Monat. Ich bin um die Frage herumgeschlichen – ich schreibe noch immer nicht wieder regelmäßig und scheine mich auch nicht recht entscheiden zu können, welchem meiner Projekte ich den Vorzug geben soll.

Am nervenschonendsten wäre sicher mein Jordanien-Projekt. Dazu wünsche ich mir wirklich ein oder zwei „Schreibbuddies“, die mir helfen, meiner Betriebsblindheit zu entgehen: nach fast acht Jahren fallen mir hier viele Dinge gar nicht mehr auf, mir fehlt oft das Gespür dafür, was erwähnenswert ist und was doch schon selbstverständlich.

Weniger gemütlich wäre es, wenn ich eines meiner Romanprojekte vollenden oder neuschreiben wollte – die sind alle eher anstrengend, sei es, dass sie sich mit Drohnenmorden, Bomben in friedlichen Städten oder privateren Unglücken befassen.

Erstes Problem: wie kriege ich mich noch zum Schreiben in meinem Stil, wenn ich den ganzen Tag beim Übersetzen tausende Wörter lang versucht habe, den Stil und die Stimme anderer Autoren zu übertragen? Manchmal mag ich abends einfach meinen Laptop nicht mehr sehen. Nein, mit der Hand zu schreiben ist keine Alternative, habe ich versucht, aber meine Hand mag das nicht. Vielleicht sollte ich mutig sein und lieber mit meinen eigenen Sachen morgens beginnen? Das wird die Entscheidung für die nächsten Tage …

Und dann könnte ich vielleicht absehen, wie lange ich rechne, dass ich für das dann auf dem Tisch liegende Projekt brauchen werde. Wenn mir nicht wieder das Leben dazwischenkommt!

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#Autorenwahnsinn, 18. Tag

Ein Zitat aus meinem ersten Manuskript – diese Aufgabe brachte mich schon gestern zur Vorbereitung dazu, in mein gespeichertes Archiv zu tauchen, um dort das Manuskript zu suchen, das mein erster, bis zum Ende geschriebener Versuch ist. Leider noch immer unveröffentlicht – die Zeit ist etwas darüber hinweggegangen, was damals ein Skandal war, ist heute nahezu Alltag, und dennoch liebe ich diesen Text und hoffe immer noch, ihn einmal so umabeiten zu können, dass ich ihn veröffentlichen könnte. Der Arbeitstitel lautete: „Drohnen im Morgengrauen“. Ganz kurz geht es darum, dass die deutsche Regierung es zulässt – wenn nicht unterstützt – dass mithilfe ihrer Informationen, teilweise vom Bundesgebiet aus, durch amerikanische Drohnen Menschen gezielt getötet werden – Hinrichtung ohne Anklage, ohne Urteil.

Hier ein Auszug:

Noch war ein schwarzer Faden nicht von einem weißen zu unterscheiden, als Lichter in einem weitläufigen Gehöft in den Bergen des pakistanischen Nordwestens aufleuchteten. Der Ruf zum ersten Gebet hatte die Familien aufgeweckt.

Zunächst waren es wie immer die Frauen, die sich von den Charpois, den pakistanischen Betten mit dem geflochtenen Innenteil, erhoben. Die bunten Dupattas eng um sich geschlungen, setzte die eine den Tee auf, während eine andere Mehl und Wasser in einer irdenen Schüssel mixte, um den Teig für die Brotfladen zum Frühstück herzustellen.

Die Männer schlurften einer nach dem anderen über den Hof zum Badezimmer, wuschen sich für das Morgengebet. Auf dem mit Lehmziegeln gepflasterten Boden des Innenhofes stellten sie sich auf, jeder mit seinem Gebetsteppich. Der weißbärtige Alte stand als Imam vor der ersten Reihe, ließ einen der jüngeren den zweiten Ruf zum Gebet ausrufen: Qad qamatus-salah, das Gebet beginnt.

Es juckt mich in den Fingern, wieder daran zu arbeiten, auch wenn ich das meiste völlig erneuern müsste. Vieles hat sich in diesen sechs Jahren geändert …

#Autorenwahnsinn, 15. Tag

Schreibratgeber – es gibt so viele und etliche, die ich mehr oder weniger kenne, habe ich heute schon auf den Bildern der anderen Teilnehmer gesehen. Daher hier zwei aus meinem Bücherschrank, die nicht so häufig genannt werden:

  1. Write away, von Elizabeth George (gibt es wohl auch auf deutsch): Meine Lieblings-Krimiautorin erzählt, wie sie ihre Bücher plant und schreibt – wer ihre Krimis kennt, findet das mit Sicherheit faszinierend. Ein Buch für Plotter – aber auch wenn ich mich nicht unbedingt dazuzähle, habe ich doch viel daraus gelernt und mein Exemplar ist schon recht zerlesen.
  2. Briefe an einen jungen Schriftsteller, Mario Vargas Llosa: Nicht das, was man gemeinhin unter einem Ratgeber versteht, kein Rezeptbuch, aber sicher für Schreibende ein Gewinn.

#Autorenwahnsinn, 12. Tag

Ein Zitat aus meinem letzten – oder eher vorletzten? – Projekt, gerne. Das Bild ist wieder ein Mockcover einer lieben NaNo Kollegin.

Noch immer kann ich nicht ausmachen, was da auf der Wiese unter den Apfelbäumen steht. Es ist, als ob jeder der Baumstämme doppelt so dick wäre, fünf oder sechs sind es. Hin und wieder sehe ich eine leise Bewegung – ist es nur der Wind, sind es Schatten? Oder Menschen?

So kann ich nichts erkennen. Ohne Licht zu machen schleiche ich mich ins Wohnzimmer. Auch von dort kann ich diese Wiese sehen, aber auch die Straße weiter entlang und ein Stück der anderen, die von hier aus abzweigt. Und da bewegt sich etwas am Zaun entlang. Zwei Gestalten. Die eine ähnelt dem Mann, den ich fortrennen sah, nachdem er hier das Huhn geschlachtet hatte, und dessen Beschreibung auch auf Axels Angreifer passen würde. Also hat mich mein Gefühl doch nicht getrogen, irgendetwas ist da im Gange. Mein nächster Weg ist in die Küche. Ein Eimer Wasser und ein Messer – ich habe ja keine Ahnung, was sie diesmal vorhaben. Ich sehe sie die Straße überqueren, sie huschen vorsichtig im Schatten des Nachbarhauses bis an den Zaun meines Grundstücks. Soll ich die Polizei anrufen? Eher sinnlos. Aber wen sonst?

#Autorenwahnsinn, 10. Tag

Seit ich ein leergezogenes Kinderzimmer zum Arbeitszimmer umräumen durfte, habe ich tatsächlich einen echten Schreibplatz. Aus diversen Gründen sitze ich lieber mit hochgelegten Beinen, und nachdem ich mir dann so ein praktisches Klapptischen gekauft habe, auf dem der Laptop gut steht, geht das noch viel besser. Wenn … tja, wenn nicht jemand anders darunter schlafen möchte …

#Autorenwahnsinn, 8. Tag

Lieblingsbücher – eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Ich stand vor meinem Regal, das seit meinem Umzug nach Amman ohnehin nicht so groß ist und fragte mich, welches Buch oder welche Bücher ich denn benennen sollte. Es sind drei geworden, die mir aus verschiedenen Gründen lieb sind; über zwei gibt es hier im Blog kurze Artikel, nämlich über Suna und Mornings in Jenin.

Der Gedichtband ist alt, aber immer noch oder schon wieder irgendwie aktuell. Den Autor habe ich auf einer Lesung von Wallraff etwa 1985 (ich kann mich um ein Jahr oder so irren) kennengelernt, weiß aber nicht, was aus ihm wurde, und der Name auf dem Buch ist ein Pseudonym.

Vielleicht fange ich nächsten Monat eine Liste von Lieblingsbüchern hier auf dem Blog an …

#Autorenwahnsinn, 7. Tag

Wie ich bereits zu Anfang erwähnte, ist Instagram nicht meine Heimat im Internet. Viel Zeit verbringe ich als @SusanneAmman auf Twitter, wo ich mich glücklich schätze, eine tolle Timeline und viele nette Follower zu haben, die meine völlig verschiedenartigen RTs nicht zum Anlass nehmen, mich zu entfolgen.

Da ich aber auch gerne, wenn auch völlig unprofessionell fotografiere, stelle ich immer mal wieder ein paar meiner Lieblingsfotos hier aus: https://500px.com/werrakind

Das sind sehr unterschiedliche Bilder, vielleicht einfach mal gucken.

Dazu kommt dann dieser Blog und der Jordanienblog sowie der derzeit ebenso schlafende in englischer Sprache – alles eher Spaßprojekte, aber das muss auch sein.