Schwestern – WiP

Ein älteres NaNo-Projekt, das mir nicht aus dem Kopf geht. Es hat mehr als die 50k, die ich zum Gewinnen brauchte, aber es ist alles andere als fertig – Szenen in der Mitte fehlen, das Ende ebenfalls und mit einer Wendung der Handlung bin ich im Nachhinein nicht recht glücklich, ebenso mit vielen Details. Aber die Grundidee nagt an mir. Ich setze einmal ein kurzes Zitat hier hin, ich freue mich über jedes Wort dazu und wünsche mir nichts mehr als eine Art Schreibbuddy, jemanden, der sich dafür interessiert, liest, fragt … aber sonst muss es wohl halt auch ohne gehen.

Kurzer Inhaltshinweis: Christine sieht sich gezwungen, nach dem Tod ihrer Mutter, die sie seit Jahren nicht gesehen hat, ihre fast zehn Jahre jüngere Schwester Hannah bei sich aufzunehmen. Ihre Elten hatten sich scheiden lassen, als ihre Mutter zum Islam konvertierte, Christine deshalb lieber bei ihrem Vater bleiben wollen. Nun ist sie da, und Christines Freundin Cleo ruft an.

Ihr Telefon klingelte. Cleo.

„Gut, dass du anrufst.“

„Warum? So schwierig mit der Kleinen?“

„Nein – und ja.“ Wie sollte sie das erklären? Hannah tat eigentlich nichts, worüber man sich vernünftigerweise beschweren konnte.

„Komm, spuck’s aus, erst mal ins Unreine.“

Christine musste lachen, das war typisch Cleo. Es tat ihr gut. Bei Hannah, das fiel ihr jetzt auf, nahm sie sich bei jedem Satz zusammen, nur, um nichts Falsches zu sagen. Bei Cleo konnte sie wieder reden, wie ihr zumute war.

„Cleo, ich habe eine vollmuslimische Schwester. Du weißt schon, immer so ein langer Mantel mit Riesenkopftuch, fünfmal am Tag beten, bei allem, was gegessen wird, genau gucken, dass auch bloß kein Schwein oder auch nur falsch geschlachtetes Hähnchen drin ist. Gruselig. Eigentlich. Aber sie macht das so lieb, dass ich mich mies fühle, wenn ich das so sage. Sie kocht alles selbst – und es schmeckt super. Die Küche blitzt hinterher, ich musste fast betteln, abtrocknen zu dürfen. Und wer bin ich, dass ich mich über ihre Kleidung oder ihre Gebete beschwere? Nur, weil ich es so verdammt peinlich fand, mit ihr in der xxx-Schule aufzutauchen und sie dort als meine Schwester anzumelden? Die haben kein Kopftuch in der ganzen Schule!“

Kurze Stille am anderen Ende der Leitung.

„Au weiah. Ich dachte, du würdest mit bauchfreien Tops, Schulschwänzen und schrägen Freunden, gepaart mit Heimweh und Heulattacken, konfrontiert werden. Aber das! Da fällt einem nicht viel ein.“

„Danke. Ich weiß nicht recht, was ich mit ihr anfangen soll. Es geht alles so glatt, nur ist mir so vieles eigentlich in der Seele zuwieder. Ich WILL einfach nicht neben so einem Gespenst in der Straßenbahn sitzen, und mich von so einer Schulsekretärin angucken lassen, wie der letzte Dreck. Warum zum Teufel kann sie das nicht einfach bleiben lassen? Beten, ok, da macht sie die Tür zu und gut ist. Aber diese bescheuerte Verkleidung? Und ich habe keine Ahnung, was als nächstes kommt.“

„Vermutlich Probleme in der Schule. Wenn nicht mit den Noten, dann mit anderen Schülern. Oder mit den Lehrern, der Schulleitung …“

„Da sagst du was. Der Direktor kriegte schnell mit, wie es mir mit dem ganzen Theater geht, er hätte sie wohl am Liebsten gar nicht aufgenommen. Aber allzu deutlich will er sich da auch nicht positionieren, sowas kann ja schnell in die Öffentlichkeit kommen und dann sieht er schlecht aus. Mal sehen, ob ihm etwas einfällt. Oder ob einfach das Umfeld da sie überzeugt.“

Soweit das.

 

 

 

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Autor: rheinsberg

http://about.me/susanne.doering

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