Krimis lesen? Aber welche?

Heute morgen fragte das Rollstuhlfräulein nach Tipps auf diesem Gebiet. Twitter, fand ich, eigne sich da wenig, denn das Thema ist zu vielfältig.

Wo fange ich da an? Lesend begann ich bei dem, was der Bücherschrank meiner Großmutter hergab – nicht der meiner Eltern, die waren keine besonderen Krimi-Fans, vor allem meine Mutter nicht.

Daher kannte ich Wallace, Christie und Sayers schon recht früh. Heute würde allenfalls Sayers noch einmal lesen wollen, Christie wurde mir in der Struktur zu eintönig und Wallace – hm, vielleicht haben mich die Verfilmungen entwöhnt. Sayers nun wieder, insbesonders Lord Peter und seine Lady, fand bei mir eine Nachfolgerin in Elizabeth George, die wohl zu meinen Lieblingen gehört, auch wenn ihre neueren Bücher es mir manchmal etwas schwer machen. Seit „With no one as a witness“ habe ich mit Lynley so meine Probleme.

Ebenfalls aus UK kommen zwei Serienschreiber: Deborah Crombie und Ian Rankin – von beiden habe ich sehr viel gelesen, finde die neuen Bände jetzt zu oft nicht, insbesondere bei Crombie habe ich den Anschluss verloren.

Dann gibt es die Amerikaner, da wird es unübersichtlich. Faye Kellerman schreibt, was ich gerne selbst können möchte. Ihr Mann Jonathan ist auch nicht schlecht, aber nicht ganz so mein Geschmack.

Eine besondere Richtung: Pathologiekrimis. Die kann man mögen, muss man nicht. Ich habe die ersten Scarpetta-Romane von Patricia Cornwell begeistert gelesen, bis mir die Rahmenhandlung zu düster und unübersichtlich wurde. Scarpettas Depressionen gingen mir zum Schluss auf die Nerven. Kathy Reichs, auch Producerin von „Bones“ im TV, und ihre Tempe Brennan, bleibt da eher auf gleichem Niveau und macht oft Ausflüge in Themenbereiche, die ich sehr interessant finde. Sehr hart wird es bei Karen Slaughter – aber ihre handelnden Personen sind so interessant, dass ich doch immer versuche, den nächsten Band zu kaufen.

Jeremy Deaver war meine erste Empfehlung heute morgen, da auch nach Ermittlern mit Handycap gefragt wurde – sein Lincoln Rhyme, der seit einem Unfall völlig gelähmt ist, passte da sehr gut ins Profil. Mir gefällt aber auch, wie er erzählt.

Und deutsche Krimis? Hm. Ich habe immer mal wieder diesen oder jenen auf Empfehlung gekauft, aber werde bei vielen mit der Erzählweise und dem Aufbau nicht warm, auch wenn sie hochgelobt werden. Thematisch gefielen mir am besten Friedrich Ani und Wolfgang Schorlau. Letzterer verdient für die hellsehende Ermittlungsarbeit in „Das München-Komplott“ ein Sonderlob, und der Kiwi-Verlag für das Verlegen dieses Stoffes.

Dann gibt es die Skandinavien-Krimis – ein weites Feld. Mankells Wallander-Reihe habe ich verfolgt, auch wenn mir dessen trübe Stimmung oft zuviel war. Das gilt ja für viele der nordischen Helden. Nesser, Nesboe – wo soll ich da aufhören?

Einen Klassiker will ich noch erwähnen: Simeons Maigret. Vor allem im Original von mir sehr geliebt, leider nicht mehr in meinem Buchregal vorhanden, würden viele ihn heute wegen mangelnder Spannung und fehlenden Blutvergießens vielleicht weglegen, aber ich bin mit ihm immer zu gerne in verschiedensten Wetterlagen durch Paris gezogen.

Ich denke, das reicht für den Anfang, vielleicht für jede/n etwas dabei. Krimis sind beliebt, warum wohl? Das wäre schon ein weiterer Blogartikel, denke ich.

4 Gedanken zu „Krimis lesen? Aber welche?

    • Freut mich, wenn du hiermit etwas anfangen kannst. Krimis sind inzwischen so vielfältig. Ich bin mal gespannt, was du für dich entdecken wirst.
      Sag mal, kennst du „Chief Ironside“? Das war eine TV-Serie, uralt, der Chief war auch Rollstuhlfahrer – damals sehr selten im Fernsehen. Der fiel mir gestern noch ein. Ich mochte die Serie.

    • Meine sehr persönliche Sammlung. Es gibt so wahnsinnig viele Krimis. Alleine die Skandinavier habe ich so vernachlässigt, und so vieles mehr. Mal sehen, was ich vielleicht später noch nachtrage.
      Was wären denn so deine Tipps?

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