Patterson, Richard North

Im letzten Jahr fand ich mehrere Bücher dieses Autors in verschiedenen Buchhandlungen und habe sie gerne gelesen. Das meiste ist wohl dem Genre „Gerichtsroman“ zuzuordnen, der sich in den USA ja seit Grisham großer Beliebtheit erfreut. Weiß jemand, warum es keine deutschen Gerichtsromane gibt, oder habe ich nur noch keinen gefunden?

In meinem Bücherregal stehen nun von ihm u.a. „Protect and Defend“ (Eine Frage der Ehre), „Balance of Power“ (Im Kreis der Macht) und „Eclipse“ (dt. Titel mir nicht bekannt).

Die beiden erstgenannten sind Teil 2 und 3 einer losen Trilogie um den Senator/Präsidenten Kerry Kilcannon. Leider fehlt mir der erste Band, „No Safe Place (Der Kandidat)“ noch.

In Band 2 geht es um die Besetzung des Postens des Vorsitzenden Richters am Obersten Bundesgericht – und um einen sehr umstrittenen Fall einer Spätabtreibung, über den die Kandidatin für diesen wichtigen Posten mit zu entscheiden hat. Durch das Buch zieht sich dieser Teil der Abtreibungsdiskussion, überlagert von Querelen und Intrigen im Senat.

In Band 3 ist das Hauptthema die Begrenzung des Schusswaffengebrauchs, nachdem Schwiegermutter, Nichte und Schwägerin des Präsidenten vom Mann einer Schwägerin erschossen wurden – ebenfalls mit einem tiefen Einblick in das System von Lobbyismus und Politik, aber auch wieder ein vielschichtiges Gerichtsverfahren.

Durchaus meine Welt, ich liebe solche Gerichtsromane, und Patterson kennt sich aus, recherchiert offensichtlich gründlich und schreibt jeweils aus verschiedenen Perspektiven, ohne dabei verwirrend zu werden. Keineswegs aber finde ich ihn langweilig, niemand weiß, wie es ausgehen wird.

 

Anders ist „Eclipse“, auch wenn sich ein Teil der Handlung vor Gerichten bzw. in Vorbereitung auf Gerichtsverfahren abspielt. Hier hat Patterson die Geschichte des nigerianischen Oppositionellen Ken Saro-Wiwo in ein fiktives Land verlegt, was es ihm ermöglicht, die Verknüpfungen von Ölwirtschaft, Umweltzerstörung, Börsen und Diktaturen kritisch unter die Lupe zu nehmen. Das Buch ist teilweise hart, bitter, spannend – mich würde einmal interessieren, ob Nigeria-Kenner es gut finden. Ich weiß zu wenig, um das genau zu beurteilen, es kommt mir aber im Ganzen sehr plausibel vor.

Insgesamt: ich mag die Art, wie Patterson (den man nicht mit dem Krimi-Autor James Patterson verwechseln sollte) schreibt.

2 Gedanken zu „Patterson, Richard North

    • Danke für den link. Das Buch war mir schon früher aufgefallen, ist aber wohl eher historisch. Ich meinte mit Gerichtsromanen eher etwas wie Grisham oder eben Patterson – manchmal denke ich, es liegt auch daran, dass das deutsche Gerichtssystem sich nicht für solche flammenden Plädoyers eignet. Aber irgendwie sollte es doch möglich sein?
      Schön, dass Du hergefunden hast.

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