„Während die Welt schlief“

ist der Titel des wundervollen Buches von Susan Abulhawa. Er passt durchaus, auch wenn ich das Original „Mornings in Jenin“ viel schöner finde – und es auch dem Inhalt des Buches mehr entspricht. Die Hauptperson nämlich, Amal, erinnert sich immer wieder an die frühen Morgenstunden, in denen ihr Vater ihr vorlas. So, wie sie es später mit ihrer Tochter weiterführte, aber dann aufhörte.

Durch die Augen Amals erlebt man die Zeit Palästinas von 1947 bis 2002 – zum Massaker von Jenin. Man lernt ihre Eltern kennen, Hasan, den Vater, Dalia, die Mutter, die aus einem wilden Mädchen zur glücklichen Frau und später zur verzweifelten Mutter wird. Amals Brüder, Yousef, und Ismael, der als „David“ in einer jüdischen Familie aufwächst und den Amal erst viel später kennenlernen soll. Familie, Nachbarn, Freunde, Feinde – und immer wieder der Krieg.

Amal auf ihrem Weg zu folgen ließ in meinen Augen Tränen aufsteigen. Sie lässt das Land Palästina vor den Augen erstehen, wie es einmal war. In den Szenen, in denen andere aus deren Perspektive erzählen, folgen die anderen Facetten – auch die Moshes, der das Baby Ismail stiehlt, um seiner geliebten Frau das zu geben, was sie anders nicht bekommen kann.

Wie viele in Deutschland bin ich mit „Exodus“ und ähnlichen Büchern aufgewachsen – dieses Buch hier ist die andere Seite. Unbedingt lesen.

 

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