Dennis Lehane – verschiedene Bücher

Irgendwann im Winter, als ich den Buchladen in der Mecca Mall fand, suchte ich zwischen den angebotenen Büchern und fand „The Given Day“ von Lehane. Ein Buch aus der Zeit von 1916 – 1919, spielend in Boston, mit einer Handlung, die sich um den berühmten Bostoner Polizistenstreik dreht. Das zog mich an, da ich über diese Zeit nur sehr wenig weiß, und ich habe den Kauf nicht bereut. Das Buch ist spannend geschrieben, aus mehreren Perspektiven, darunter auch die eines farbigen Baseballspielers, der auf Abwege gerät, nach Boston flieht und dort in die Unruhen verwickelt wird.

Bei genauerer Lektüre finden sich aber auch etliche Parallelen zur Gegenwart – die damalige Kommunistenfurcht, die Abwehr von Berufsverbänden, Sanktionen gegen Wortführer, manches kam mir recht vertraut vor.

Insgesamt ein historischer Roman, der mal nicht in weit entfernter Vorzeit spielt.

Erstaunt war ich, als ich dann kürzlich weitere Bücher des selben Schriftstellers in die Hände bekam und feststellte, dass er eine Krimi-Serie geschrieben hat. Ich nahm, was vorhanden war, nämlich „Darkness, Take my Hand“ und „Gone, Baby, Gone“. Beide habe ich schon durchgelesen, dabei bedauert, dass mir der erste Band fehlt.

„Darkness, Take my Hand“ ist sehr dunkel, wirklich. 1996 zuerst erschienen, nimmt es den Trend zum Serienkiller vorweg. Zum Glück sind die meisten schon länger tot, als die beiden interessanten Privatdetektive Patrick Kenzie und Angela Gennaro in die Ermittlungen hineingeraten. Die sich entwickelnde Geschichte, die auch viel mit der eigenen Jugend der beiden in einem weniger feinen Bostoner Stadtteil zu tun hat, ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber so spannend geschrieben, dass ich das Buch mehr oder weniger in einem durchgelesen habe – etwas, das ich mangels Nachschub derzeit eher seltener tue.

Aber blutig wars, ich musste an Nantiks Artikel zum Thema denken.

Eine besondere Stärke hat Lehane in meinen Augen bei der Beschreibung und Entwicklung der Charaktere. Dabei muss man auf Kleinigkeiten aufpassen, sonst überrascht die Auflösung völlig.

Beim andern Band, „Gone, Baby, Gone“ kannte ich die Auflösung leider schon – die war dummerweise in der Leseprobel für Lehanes neuestes Werk enthalten, die in der Ausgabe von „Darkness“ am Ende kam. Ärgerlich – aber trotzdem zog mich die Geschichte um ein verschwundenes Kind schnell in den Bann. Die Abwege, auf die dann die Ermittler unterwegs geführt wurden, ließen mich die bekannte Pointe verschmerzen.

Auch hier wieder: interessante Menschen, miteinander verwobene Geschichten, Betrachtungen über Recht und Unrecht. Dabei sind die beiden Hauptfiguren keine Ritter auf weißen Rössern – nicht alles, was sie tun, ist wirklich völlig legal. Meist aber verständlich.

Mehr will ich hier nicht verraten, besser selbst lesen.

 

4 Gedanken zu „Dennis Lehane – verschiedene Bücher

  1. Ich habe „Shutter Island“ von Dennis Lehane hier liegen und bin schon sehr gespannt. Darauf aufmerksam geworden bin ich durch die Verfilmung dieses Buches, die vor einer Weile in den Kinos war. Den Film habe ich zwar nicht gesehen, aber die Geschichte hat mich so gereizt, dass das Buch gleich mal auf meinen Wunschzetteln gewandert ist. Vor ein paar Wochen habe ich dann auf einem Flohmarkt ein gut erhaltenes Exemplar erstehen können. Deine Werbung für Dennis Lehane lässt das Buch auf meiner Leseliste nun erheblich nach oben wandern!🙂

    • Freut mich. Shutter Island habe ich noch nicht erwischt. Der Film von „Mystic River“ gefiel mir recht gut – vielleicht auch, weil ich das Buch noch nicht gelesen habe.
      Bei der Krimiserie las ich Kritiken, dass da auch schwächere Bände dabei sein sollen. Mal sehen, ob ich nächstes Mal noch etwas von ihm kaufe.

  2. Okay, wenn du beim Lesen an mich denken musstest, dann bleibt mir ja eigentlich gar nichts anderes übrig, als Dennis Lehane jetzt endgültig auf meine Leseliste zu setzen. Hiermit getan.😉

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