Yahya Yakhlif, A Lake Beyond the Wind

In den hiesigen Buchhandlungen findet man auch oft englische Übersetzungen arabischer Literatur, die man sonst am ehesten über Amazon erwerben könnte. Darunter auch Bücher über Palästina – sowohl im Sachbuch, als auch im Romanbereich. Leider sind die erheblich teurer als die üblichen englischen Taschenbücher.

Bei diesem hier konnte ich jedoch nicht widerstehen, der Klappentext zog mich an. Ein Buch, dass 1948 in einem kleinen Dorf bei Tiberias spielt – wie sich später herausstellt, wechselt der Ort öfter, etliches wird aus Damaskus erzählt. Es war der Satz: „…for a world that is no more.“ – der mich vor allem ansprach, und da wurde ich auch nicht enttäuscht. Das Leben in dieser kleinen Stadt, seine Menschen, ihre Lebensweise, bis hin zu Fauna und Flora spielen eine große Rolle, neben der die Kriegshandlungen fast nebensächlich erscheinen. Es sind liebevolle Schilderungen, sicher auch ein wenig gefärbt von der Erinnerung an die eigene Kindheit des Autors.

Wenn mich etwas störte, war es der für meinen Geschmack zu häufige Perspektivwechsel – weniger wäre da vielleicht mehr gewesen. So laufen auch die einzelnen Geschichten teilweise eher etwas nebeneinander her, auch wenn Yakhlif versucht, durch das Schicksal einer kugelsicheren Weste, die auf den ersten Seiten an einen Jungen aus dem Dorf verkauft wird, einen Zusammenhalt zu geben.

Trotzdem fand ich das Buch sehr lesenswert – man spürt das Unheil heraufziehen, liest die kurzen Berichte über die Kämpfe um Tiberias und andere Teile Palästinas, spürt die Verzweiflung über die Toten und den Verlust der Heimat.

Gute Lektüre auch für die, die diese Zeit nur aus „Exodus“ kennen.

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