Drei Nachrufe und eine witzige Idee

Über einen anderen blog fand ich ein Video, das zu meiner Überraschung den Buchhandel in Kassel zum Thema hatte. Keine guten Nachrichten: drei alteingesessene Läden, in denen ich teilweise viel gekauft habe, existieren nicht mehr. In Kassel lässt sich schon lange ein Sterben des individuellen Einzelhandels beobachten, dass es auf dem Gebiet „Buch“ so schlimm ist, habe ich versäumt, dazu bin ich nicht oft genug mehr dort.

Von der Idee, Leute nach Ladenschluss zum nächtlichen Lesen, knabbern und diskutieren einzuschließen, meine ich aber woanders schon gehört zu haben. Hoffentlich hilft es.

Bei der Darstellung der Probleme, die sich durch die Konzentration auf wenige Riesensortimente ergibt, hat der freundliche Mann im Video m.E. einen Aspekt vergessen: durch die Festlegung der Verlage auf leicht Verkäufliches werden diese wiederum bei den Autoren Manuskripte daraufhin auswählen, ob sie in das Bild dieser Marktführer passen – und das gibt dann wirklich gemainstreamte Literatur.

Wer mag, kann ja hier seinen noch existierenden Lieblingsbuchladen reinsetzen. Nein, ich kriege nix dafür😉.

3 Gedanken zu „Drei Nachrufe und eine witzige Idee

  1. Danke für die Verlinkung🙂

    Tja, die Gleichschaltung sämtlicher Konsumbereiche schreitet voran. McDonalds, H&M, DM, Thalia usw. Es ist nun an den Endkunden ihr Verhalten zu ändern.

    Babdua

  2. Jürgen´s gut gemeinter Ratschlag:
    Durchhalten solange es geht
    zum Glückl gibts McD, H+M, DM usw. – die Kleinen können sowieso nicht alle bedienen
    egal ob es ein Restaurant ist, Klamotten oder eine feiner Buchladen: man sollte auf die Qualität achten und seinen Zielen treu bleiben.
    Ich könnte mich nicht in den Spiegel sehen, würde ich Bücher machen die ich nicht lesen will, nur weil ich diese 30.000 mal auflegen könnte.
    (Sicher – ich habe noch einen Job um zu leben aber) ich habe mir zum Ziel gesetzt, dass meine Verlag irgendwann den Ruf hat: Septime macht nicht viel, aber die haben gute Sachen!
    schlimmm wärs: die haben gut angefangen, aber jetzt haben sie nur mehr Ratgeber und Kitsch-Romane.
    Dafür mach ich das ja nicht – wir leben nur einmal – wenns nur ums Geld geht, steht es jedem frei einen simplen Brotjob anzunehmen und „Hinter mir die Sintflut“
    wenns mal zu Ende geht soll man sagen können: „Reich bin ich zwar nicht geworden, aber ich habe das und das gemacht!“

    Buchladen: man kann ja beim Umbruch und Aufstand gegen die Ketten die Bestseller drinnen trotzdem noch hinlegen – aber das Schaufenster sollte sich unterscheiden.
    Lesern wird es langfristig auffallen, dass sie hier Bücher sehen, die nicht am Thalia Stapel liegen.
    Es gibt schöne Bücher die nirgends sind, ein Donna Leon Cover unterscheidet sich nicht mal von Martin Suter beim schnellen Vorbeigehen – eine Auslage so zu gestalten (und das tun viele) ist sowieso lachhaftt.

    Das Veranstalten von Lesungen beinhart durchziehen, lokal bewerben, Knabberzeugs und akloholfreie Getränke kosten nicht viel

    ich weiss ich rede hier gescheit daher ohne einen buchhandlung besessen zu haben – aber „so“ würde ich es probieren.

    Aktiv anbieten: was suchen Sie, darf ich ihnen helfen?
    ein grosser teil der Kunden sehnt sich nach einem Gespräch – doch entsteht bei mir der Eindruck, dass Buchhändler auch das nicht mehr wollen – in Wien würde ich sagen – 10% der Buchhändler konnte ich früher in ein Gespräch verwickeln, dem rest ist es wurscht ob man Jorge Luis Borges kauft oder Donna Leon.

    Ich wünsche euch viel Glück, und haltet durch!
    Jürgen
    Septime Verlag

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