Eine neue Aktion der Gewerkschaft ver.di, die mir ausnehmend gut gefällt:
In Hamburg wurde die bundesweit erste Anlaufstelle dieser Art von den Gewerkschaften am 1. Mai 2008 eingerichtet. Der zuständige Hamburger Ver.di-Sekretär Peter Bremme sieht in dieser Einrichtung auch eine gewerkschaftliche Neuorientierung. Bislang konnten Papierlose von den Arbeitnehmervertretern keine Unterstützung erhoffen, denn den Gewerkschaften galten sie in erster Linie als Schwarzarbeiter und Lohndrücker. So haben noch vor wenigen Jahren die von der Gewerkschaft propagierten „Schwarzarbeitertelefone“, mit denen undokumentiert Beschäftigte bei den Behörden gemeldet werden sollten, für heftige Kritik bei antirassistischen Gruppen, aber auch innerhalb der Gewerkschaften geführt. Mit den Beratungsstellen wolle man nun zeigen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, mit undokumentiert Beschäftigten umzugehen, so Bremme. Der in Berlin zuständige Ver.di-Gewerkschaftssekretär Jürgen Stahl erklärt gegenüber der taz, dass es in seiner Gewerkschaft auch weiterhin darüber Diskussionen gab. Grundsätzlich müsse man aber zwischen Beschäftigten unterscheiden, die bewusst illegale Arbeitsverhältnisse eingehen, und denen, die gar keine anderen Möglichkeiten haben.
Deutschland ist für „Papierlose“ ohnehin eines der härtesten Länder – denn nirgendwo sonst wird wohl so genau hingeschaut, und im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern gibt es auch keine Amnestien. Daher finde ich es positiv, dass jetzt auch hier ein kleiner Schritt gemacht wird.
Ebenso notwendig wäre das im Gesundheitswesen. Meinem letzten Kenntnissstand nach soll die Regelung, dass auch Schulen Aufenthaltserlaubnisse zu kontrollieren haben, abgeschafft worden sein. Das wäre ja schon mal etwas….
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