Im österreichischen STANDARD ist ein Bericht über eine neue Studie aus Deutschland zu finden – in der deutschen Presse fand ich noch nichts dazu. Sie bestätigt, was ich aus meiner und der Schulzeit meiner Kinder nur zu gut selbst weiß: Deutschland hat eine ausgeprägte Neidkultur, der Klassenbeste ist nicht etwa der, mit dem man gerne befreundet sein will, sondern der, den man möglichst schnell wegbeißt. Im Ausland ist das oft kaum vorstellbar, dort werden oft ja Preise für den besten Schüler vergeben, Listen mit Rangfolgen erstellt – das würde man sich in Deutschland nie trauen, die Folgen für die Besten wären kaum abzusehen.
Warum ist das so? Ich weiß es nicht. Aber diese Haltung scheint doch sehr urdeutsch zu sein – auch die österreichischen Kommentatoren im Standard fanden den Artikel unverständlich – möglicherweise, weil es diese Unart in Österreich nicht im gleichen Umfang gibt?
2 Antworten bis hierher ↓
raphaelth // Februar 7, 2009 um 6:28
Großes Mobbing gabs bei mir an der Schule nicht, deswegen kann ich da nicht aus eigener Erfahrung sprechen, muss aber sagen, dass ich elitäres Gehabe, wie Preise für den besten Schüler eher unangebracht finde.
Auf diesem Wege lernen die Kinder viel zu früh, dass es nur um eins geht, und zwar der Beste zu sein…
rheinsberg // Februar 7, 2009 um 6:32
Kann man so oder so sehen – aber aus eigener Erfahrung und der meiner Kinder finde ich die Verteufelung von Leistung schlimm. Aber es ist schon komisch, dass anderswo trotz Preisen der Neid nicht so schlimm ist wie hier, wo es keine offiziellen Anerkennungen gibt.